Reisebericht der Afrika-Reise (9)


38. Haifa, LLHA - 01.04.2009 - 120 NM - 00:52

Wir sammelten sehr viele Eindrücke vom Mittelpunkt der Erde, Jerusalem, wo seit Jahrtausenden alle möglichen Religionen und Rassen geballt aufeinander treffen und sich bekämpfen. Heute ist es nicht anders als früher. Ein Funke genügt und der kalte Frieden mit Ägypten und Jordanien explodiert wieder. Alleine die Juden haben unendlich viele Glaubensrichtungen und würden sich gegenseitig umbringen, wären sie nicht ringsum von Feinden umgeben, die sich auch nicht einig sind und so existiert Israel noch. Eine Handvoll orthodoxer Juden erkennt den Staat Israel nicht an. Sie haben allerdings das Sagen und mit Hilfe der Gerichte zeigen sie, wo es lang geht. Fast alle Religionsführer sind machtbesessen und nutzen den Glauben für sich zur Unterdrückung der Menschen aus, was auch durch die Geschichte aufgezeigt wird. Eigentlich sind Juden und Araber in Israel assimiliert, aber unserer Meinung nach ist dies zur Zeit der einzige Staat mit den meisten Ghettos. Um die Palestinänserstädte in der Westbank ragen die Betonmauern mit Stacheldraht und Überwachungskameras in die Höhe. Hier lebt ein ungeliebtes Volk, was uns an Australien erinnert mit den Ureinwohnern, den Aborigines, deren Zukunft ungewiss ist.

Die Altstadt von Jerusalem ist wieder bestens hergestellt und man braucht Tage, um alles zu erkunden. Tel Aviv ist inzwischen eine hochmoderne Stadt, wo sich ein Riesenhotel an das andere reiht. In der Wüste und am Totem Meer kann man sich prima entspannen. Nicht zu glauben, aber hier tummeln sich überall Touristenmassen.

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39. Iraklion, LGIR - 08.04.2009 - 550 NM - 04:19

Wir hatten einen problemlosen Flug über das Mittelmeer. Sehr zeitraubend und nervig war das Aufgeben des Flugplanes gewesen, weil erst die dritte Version anerkannt wurde. Kurios war dann, dass uns ATC wieder ein völlig anderes Routing fliegen ließ. Private Flüge haben immer weniger eine Chance im Eurocontrol Luftraum zu fliegen. Sie haben die Absicht, es einem unmöglich zu machen.

Iraklion mit seinem Hafen und der Festung wirkt immer auf einen sehr anziehend. Spätabends bis weit in die Nacht hinein erstickt die Stadt im Lärm, verursacht durch Menschen und den starken Verkehr. Wer mehr Zeit hat, sollte unbedingt einen Leihwagen nehmen und die ganze wundervolle und erlebnisreiche Insel durchfahren.

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40. Tirana, LATI - 10.04.2009 - 455 NM - 03:30

-10°C Außentemperatur auf FL 120 ließen uns in der Kabine frieren. Die über 2000 m hohen Berge Griechenlands und Albaniens waren dick schneebedeckt und vereist.

Albanien war vor nicht allzu langer Zeit noch abgeschottet und kommunistisch geprägt gewesen, entwickelt sich jedoch prächtig dank der sehr reichlich fließenden Aufbaugelder. Von Armut ist wirklich nichts mehr zu spüren und Mercedes sind Standard auf Tiranas Straßen. Warum eigentlich? – aber es ist so und nun gehört das Land seit April 2009 auch zur NATO. Amerika nimmt dadurch in Windeseile immer mehr militärisch Besitz von Europa und hat ein Bollwerk mehr gegen Russland.

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41. Bayreuth, EDQD - 11.04.2009 - 620 NM - 04:22

Bei Kaiserwetter über den Alpen mit kräftigem Rückenwind und short cuts landeten wir fast eine Stunde früher auf dem Heimatflugplatz Bayreuth und dies nach fast 3 Monaten auf den geplanten Tag genau. Nun ist auch hier der Frühling eingekehrt und mit langersehnter Freude schlossen wir unsere Zwillingstöchter Angela und Nathalie wieder in die Arme.

Fliegerisch weinen wir Afrika und den anderen von uns bereisten Ländern keine Träne nach. Seit unserer Flugreise 2003/2004 hat sich sehr vieles zum Nachteil verändert.

Wir erlebten wieder mal auf unserer individuellen Flugreise vieles von einer ganz anderen, teils unschönen Seite, als der normale Pauschal-Flugtourist.

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© Ralf & Marga Hannemann, 2011